Thursday, April 15, 2010

Songkran II (New Year)

Weitere bizarre Erlebnisse von der Songkran-Front.
Heute wurde das neue Jahr in Baan Unrak zeremoniell gefeiert. Das bedeutet die Gruenderin unserer Einrichtung und zwei geachtete Mitglieder sassen auf Stuehlen, dem Rest von uns zugewandt. Die Zeremonie ist dazu da, um fuer getanes Unrecht um Verzeihung zu bitten, sich schoenes zu wuenschen und gereinigt ins neue Jahr zu starten. Es lief so ab, dass die ganzen Kinder und Caremothers sich in eine Reihe stellten um sich auf Knien vor die 3 sitzenden zu begeben. Jeder nacheinander bekam eine Tasse voll Wasser mit Blueten in die Hand, die er entweder den Sitzenden ueber die Schulter oder in die Hand goss. Das Wasser in der Hand schuettete dann der Sitzende ueber den Kopf des Knienden in einer Art Segnung. Soweit so gut, ansich eine schoene Zeremonie, aber mit Kindern ist sowas nie besonders andaechtig. War witzig. Dann aber sollten wir uns auf die Stuehle setzen und das Selbe noch mit uns. War echt sehr bizzar, eine Kolonne von Kindern und Frauen auf Knien an einem vorbeirutschen zu sehen und einen ehrerbietig gruessend. Sie bedankten sich fuer unsere Unterstuetzung. Aber sehr nett, dass sie das gemacht haben.
Sehr nett war auch als ich auf dem Heimweg an einer Stelle vorbeikam, an der sie eindeutig auf Leute warteten, die sie nass machen konnten. Mit mir waren sie sich jedoch wohl nicht so sicher, wie sie sich verhalten sollten. Da ich meine Sachen sowiso waschen musste (wir haben taeglich 40 Grad Hitze) hab ich genickt, als sie mich fragen ansahen. Sie haben mir netterweise die Moeglichkeit gegeben, meine Tasche weit weg zu legen, sind langsam auf mich zu und haben mich dann sehr behutsam mit Wasser uebergossen - aber alles mit eher eingezogenem Kopf, ob ich sie nicht doch beissen wuerde... War sehr witzig, dass mich wildfremde Leute nass machen, aber sich dabei immer verhalten, als wuerde ich ihnen jeden Moment den Kopf abreissen....

Wednesday, April 14, 2010

Happy New Year!






... jedenfalls thailaendisches New Year. Da das neue Jahr auch gleich mit den heissesten Tagen im Jahr zusammenfaelt (heute hatten wir in etwa 42 Grad), wird es 3 Tage lang mit dem Waterfestival gefeiert. Warum Water? Weil an jeder Ecke eine Horde Kindern und Jugendlicher steht und einen mit Wasser bombadiert. Ist absolut genial!
Gestern war der erste der drei Tage - und natuerlich lieferten wir uns mit den Kindern eine riesige Wasserschlacht. So triefend nass wie wir waren, war nicht an eine Rueckkehr ins Buero zu denken, also sind wir mit den Kindern mitgefahren, die runter zum Fluss sind. Der Pickup, bei dem ich dabei war, war auch mit Wasserfaessern gefuellt, so dass die Kinder die Passanten genau so nass machen konnten, wie sie selbst schon waren. Wir sassen also alle auf der Kante der Ladeflaeche des Pickups und sind damit durch die Stadt. War super witzig. Allerdings ein Wunder, dass niemand waehrend der Fahrt rausfiel. Nach einigem Rumkurven sind wir dann zum Fluss gefahren - allerdings flussaufwaerts von der Stelle, wo wir sonst waren.
Da keiner wusste, was wir da machen sollten, sind die anderen dann weiter zur normalen Stelle. Ich, eine Caremother (bezahlte Kraefte, die sich um die Kinder kuemmern) und ein Maedel sind allerdings den Fluss runter geschwommen und so zur Stelle gekommen, an der die anderen schon gewartet haben. Hab mir dabei die eine oder andere Schramme geholt, aber das war es wert :)

Heute war Annie und mein freier Tag, das hiess erstmal ausschlafen und dann zur Bakery (die auch von Baan Unrak, meinem Waisenhaus, betrieben wird). Da gibts Muesli - allerdings doppelt so teuer wie ein normales Essen. Egal, MUESLI!!!!
Nach einem oppulenten Fruehstueck sind wir zu einem Tempel auf der anderen Seite des Sees gefahren - und waren pitschnass... Mal von der leichten Gefahr abgesehen, die Kuebel voll Wasser, ins Gesicht der Mofafahrerin bedeuten, wars aber eine gute Sache, bedenkt man die Hitze. Der Tempel war super, ich werd ein paar Bilder reinstellen. Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass die Menschen in dem Tempel zu hunderten ihr Mittagessen hatten (zur Ehre des Feiertages) und auch zu hunderten geschlafen haben. Ist das nicht super, wenn der Tempel kein Heiligtum ist, in dem man am besten nichtmal atmet und nur leise redet? Das ist so viel mehr ein Teil des Lebens. Mal davon abgesehen, dass ich das fuer eine tolle Sache halte, einen angenehmen Ort zu schaffen, an dem sich Spiritualitaet, Leben und Relaxing treffen. Wuerd ich auch sofort machen: meditieren und dann einschlafen :)
Wir haben uns da viel Zeit gelassen, das war super. Danach sind wir weiter zu einem anderen Tempel ("Chedi"), der hat mir allerdings nicht sonderlich gut gefallen, war ziemlich runtergekommen. Also nix interessantes da zu erzaehlen.
War ein sehr schoener Tag! Wir haben zwar auf dem Papier nicht viel gemacht, aber uns fuer alles Zeit gelassen und die Umgebung auf uns wirken lassen.
Soweit von mir fuers erste.

Meine (rare) Freizeit




... hab ich bisher immer mit den Maedels verbracht. Wie gesagt, wir arbeiten 6x die Woche.

Einmal sind wir auf dem See zu einem versunkenen Tempel gefahren. War ziemlich cool, der ist naemlich zur Zeit gar nicht versunken, weil es so heiss und so kurz vor der Regenzeit ist. Der See ist ein kuenstlicher See, der durch ein Wasserkraftwerk Strom fuer Bangkok produziert. Vor ungefaehr 30 Jahren wurden also die ganzen Leute umgesiedelt - der Tempel aber nicht. Wenn der Wasserpegel also so niedrig ist wie z.Z.(unglaublich, wie sehr das schwankt) kann man ihn anschauen und begehen. Nicht besonders gross, aber so was versunkenes hat ja immer einen geheimnisvollen Touch. Jedenfalls in meiner Phantasie ;)

Einen anderen freien Tag haben wir fuer "Tubing" genutzt. Man leiht sich das innere, aufblasbare eines Reifens (fuer uns natuerlich entsprechen gross) und laesst sich darauf den Fluss runter tragen. Das war wirklich enorm!! Ich musst mich immer wieder zwicken und mich dran erinnern, dass ich grad einen Fluss im Dschungel runter segel. An einem Stueck haben wir kleine Moenche (ca 8-14 Jahre alt) beim Baden ueberrascht. Die sind dann ganz schnell raus, als sie uns gesehen haben - Moenche duerfen naemlich keine Frauen beruehren - aber sobald wir vorbei waren, sind sie wieder reingesprungen.

Wir haben uns uebrigens alle Jesus-maessig verbrannt. War ja irgendwie klar... :) Der Ausstieg war dann auch einigermassen abendteuerlich, der Verleiher sprach naemlich kein Englisch und es hiess nur von Bekannten, dass dann nach 2 Stunden irgendwann ein Seil kommt, das signalisiert dass wir rausmuessen. Tja. Nach 2 1/2 Stunden haben wir uns langsam gefragt, ob wirs vielleicht verpasst haben. Waer doof. Wir sind aus dem Wasser geklettert, einige Zeit lang rumgeirrt und haben dann - ca 50 Meter weiter - den tatsaechlichen Ausstiegspunkt gefunden. Aber nun gibt so ein Seil quer ueber den Fluss gespannt noch keinen Anhaltspunkt, auf welcher SEITE man denn bitte raus soll. Auf der anderen Seite waren Schilder, das sah doch gut aus. Wir also ins Wasser, durch den Fluss und auf der anderen Seite wieder raus. Das alles natuerlich unglaublich grazioes +gg+. Auf der anderen Seite sass ein Kerl, der - nach einigen Verstaendigungsschwierigkeiten - deutete, wir muessten auf die andere Seite... Nunja, hilft ja nix. Wir also auf die andere seite und sind nach gut Glueck einer Strasse gefolgt, die uns zu der Mainroad fuehren sollte, auf der wir zum Ausgangspunkt trampen mussten. Hat auch - nach einiger Schlepperei - prima geklappt. Trampen ist hier wohl relativ einfach. Sogar mit vier riesigen Reifen. Hier faehrt jeder 2. ein Mofa und jeder 5. einen Pickup, auf dem sie einen auch gern mal mitnehmen.

War eine super Erfahrung, wir waren aber allesamt fix und fertig danach...

Fotos hab ich davon leider nicht, da keiner eine wasserfeste Kamera dabei hatte. Waeren tolle Bilder geworden.




Die WG

Wir haben eine prima 4er Maedels-WG: Anne-Cecile (Frankreich) ehemalige Unternehmerin; Stella (Italien) Modedesignerin und Saj (USA/UK/Indien) Sozialarbeiterin.

Stella ist eine total liebe, hat ungefaehr 5x soviele Klamotten dabei, als ich - naja ist auch nicht schwer mit meinen 2 Hosen und 2 Shirts...

Saj ist sogar noch lieber, meist am laecheln und ich hab noch kein boeses Wort aus ihrem Mund gehoert... leider...

Annie ist dagegen mehr wie ich. Ein Mundwerk, dass siogar meins schlaegt. Jedes 2. Wort ist fucking. Sie ist uebrigens eine absolute Tomcat, das heist sehr maskulin mit raspelkurzen Haaren und immer in shorts und T-shirts. Sie ist Super cool. Wir verbringen die meiste Zeit zusammen. Zum Glueck hat sie ein Mofa - und ist genau so faul wie ich, ich lass mich also haeufiger rumfahren.

Unsere Nachbarn sind uebrigens alle furchtbar nett. Lassen uns ab 6 Uhr morgens an allem akkustisch teilhaben, am liebsten ihre Musik. Aus voller Roehre. Und jeder Nachbar was anderes. Hab ich erwaehnt dass sie auch Haehne haben? Jaaaaa, das ist super! Aber da ich hier wegen der Hunde, die nachts gern mal das Gruppenheulen anstimmen, sowiso nur mit Ohrstoepseln schlafe, ist das auch nicht mehr wild.

Sind alles nette Maedels, waer aber auch schlimm wenn nicht, schliesslich sehen wir uns alle fast 24 Stunden lang.

Tagsueber (6 Tage die Woche!) gehts in die Arbeit und Abends gehen wir meist weg. Ist fast billiger als selbst kochen. Ausserdem ist das Essen oben im Heim so dermassen unbefriedigend (kein Fleisch, kein Ei, keine Pilze, kein Knoblauch, kein Geschmack), dass Abends einfach was leckeres sein muss. Ach ja, das hab ich vergessen: Wir wohnen nicht auf dem Heim-Gelaende sondern mitten im Staedtchen. Das ist super so, so koennen wir nach Hause gehen und sind dann auch wirklich nicht mehr in der Arbeit. Die Kinder sind (fast) alle adorable, aber sau anstrengend. Das wird uebrigens noch oefter vorkommen, dass ich zu faul bin das deutsche Wort zu finden - hier sprech ich 24 Stunden nur englisch, da leidet die Muttersprache ein wenig... :)

Saturday, April 10, 2010

Sangklaburi

Sangklaburi ist das Staedtchen in das es mich verschlagen hat. Es liegt an der burmesischen Grenze und ist wohl unter Thailaendern als Urlaubsziel sehr begehrt. Kein Wunder, liegt im Dschungel direkt an einem grossen See und ist alles in allem sehr idyllisch.
Die Fotos rechts oben sind der Ausblick von meinem Schreibtisch (ganz genau, seid neidisch "gg"), ein in echt viel spektakulaererer Sonnenuntergang in unserer Strasse und unser suesses Haeuschen. Zum Haus gehoeren zwei Terassen (eine vorne, eine hinten), ein Bad, kein Kuehlschrank und zwei Hunde die uns adoptiert haben... also alles sehr schoen :)

Sawadii kha


Hi an alle, die es interessiert :)

hier mein Blog ueber meine Zeit in Thailand. Erstens, weil ich einige an meinen Erlebnissen teilhaben lassen moechte, zweitens, weil ich die Zeit fuer mich selbst gern dokumentiert haette.
Also, auf gehts...